Ein Dom, eine Moschee und ein Café

Die geschichtsträchtige Stadt Pécs war 2010 Europäische Kulturhauptstadt. Doch die ungarische Stadt überzeugt nicht nur mit ihrer Geschichte, sondern auch mit ihrem Stadtbild.

Pécs, Ungarn. – Vorbei an Aldi- und Lidl-Läden mit grossen Parkplätzen, an Möbelhäusern und Transportfirmen als wärs das Churer Rheinquartier, fahren wir hinein in die Innenstadt von Pécs. Überraschend sind wir unvermittelt in der historischen Altstadt wie aus dem Bilderbuch. Rund 200 Kilometer südlich von Budapest gelegen, feierte die ungarische Stadt 2009 ihr 1000-jähriges Bestehen und trat ein Jahr später als Europäische Kulturhauptstadt ins Rampenlicht. Wir fahren mit dem Schiff von Budapest nach Mohács und von dort in einer anderthalbstündigen Busfahrt durch ein fruchtbares Agrargebiet nach Pécs. Keine andere Stadt ausser Budapest bietet eine derartige kulturelle Vielfalt, Pécs heisst wegen dem grossen deutschstämmigen Bevölkerungsanteil, zurückgehend auf die Herrschaft der Habsburger, auch Fünfkirchen.

Der Bus parkiert neben der Synagoge am Rand der Altstadt. Das 1869 eingeweihte jüdische Gotteshaus hat die Gräueltaten an den ungarischen Juden überlebt, allein 4000 Juden aus Pécs starben in Auschwitz, nur 450 überlebten den Holocaust. Der Touristenführer macht keinen Bogen um dieses Verbrechen, konfrontiert die Gäste gleich am Anfang mit dem Drama, eine Folge der ungarischen Kooperation mit Hitlerdeutschland.

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Viele Erinnerungen: Sehenswürdigkeiten zeigen die Geschichte von Pécs.